Demokratie hautnah: Die SMV zu Besuch im Landtag
15.07.2026
Im Rahmen einer Aktion der SMV hatten Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, den Landtag von Baden-Württemberg zu besuchen und mit Abgeordneten verschiedener Fraktionen über aktuelle bildungspolitische Fragen zu diskutieren.
Zu Beginn des Besuchs durften die Jugendlichen selbst in die Rolle von Abgeordneten schlüpfen. Bei einem Rollenspiel im Plenarsaal lernten sie anschaulich kennen, wie parlamentarische Debatten ablaufen, wie unterschiedliche Positionen vertreten werden und wie politische Entscheidungen entstehen.


Leider war die für diesen Tag angesetzte Plenarsitzung bereits früher beendet worden, sodass die Schülerinnen und Schüler nicht mehr daran teilnehmen konnten. Das war sehr schade, denn sicherlich hätte es noch genügend Themen für weitere Debatten gegeben. Vielleicht sehnten sich einige Abgeordnete aber auch schon nach der bevorstehenden Sommerpause?
Im anschließenden bildungspolitischen Gespräch stellten sich Benjamin Bauer von Bündnis 90/Die Grünen, Hans-Peter Hörner von der AfD und Katrin Steinhülb-Joos von der SPD den Fragen der Jugendlichen. Dabei wurde zunächst darüber diskutiert, ob es in den sogenannten Talentfächern Sport, Musik und Kunst überhaupt Noten geben sollte. Schließlich hängen die Leistungen in diesen Fächern häufig nicht nur von Fleiß und Übung, sondern auch von individuellen körperlichen oder künstlerischen Voraussetzungen ab.
Von dieser Frage aus entwickelte sich eine lebhafte Debatte über eine mögliche Wiederbelebung der Bundesjugendspiele. Auch die grundsätzliche Bedeutung von Sport und Bewegung im Schulalltag wurde thematisiert. Dabei kam zur Sprache, wie Sportvereine stärker in die Schulen eingebunden werden könnten. Gleichzeitig müsse dabei sichergestellt werden, dass niemand ausgeschlossen werde, insbesondere Schülerinnen und Schüler mit körperlichen Beeinträchtigungen.
Ein weiteres wichtiges Thema war der Umgang mit großer Hitze an Schulen. Diskutiert wurde nicht nur über die Frage, ob und wann es hitzefrei geben sollte, sondern auch über notwendige bauliche Maßnahmen. Verschattung, bessere Belüftung oder andere Formen des Hitzeschutzes kosten viel Geld. Daher ging es ebenfalls darum, wie solche Maßnahmen finanziert werden können, damit Schulen angemessen auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet sind.
Besonders spannend war der politische Schlagabtausch zur Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Schulen. Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen beim Erlernen der deutschen Sprache und die Frage, wie eine erfolgreiche schulische und gesellschaftliche Integration gelingen kann. Dabei wurde deutlich, dass eine gezielte Sprachförderung nicht nur für neu zugewanderte Kinder wichtig ist. Auch darüber hinaus benötigen viele Schülerinnen und Schüler Unterstützung, um ihre sprachlichen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und erfolgreich am Unterricht teilnehmen zu können.
Der Besuch zeigte, wie vielfältig bildungspolitische Themen sind und wie unterschiedlich politische Lösungsansätze ausfallen können. Für die Jugendlichen bot sich die besondere Gelegenheit, ihre eigenen Fragen und Positionen unmittelbar mit Abgeordneten zu diskutieren und demokratische Prozesse aus nächster Nähe zu erleben.
Schade war allerdings, dass kaum ein echtes Gespräch entstand. Statt eines inhaltlichen Austauschs standen häufig parteipolitische Positionen und persönliche Ansichten im Vordergrund. Allerdings waren die angesetzten 30 Minuten auch sehr knapp, um die vielen komplexen Themen angemessen zu diskutieren.
Ein herzlicher Dank gilt dem ZSL Gmünd für eine weitere gelungene Veranstaltung, die dazu beiträgt, demokratisches Denken und Handeln bereits frühzeitig in die Schulen zu bringen und dort dauerhaft zu verankern.
A. Riedel
